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27.11.2018
Stralsunder HV strauchelt gegen den Tabellenletzten

Stralsund. So viel Spannung hatte wohl kaum einer der etwa 850 Zuschauer beim Duell des Spitzenreiters gegen den Tabellenletzten in der Handball Oberliga Ostsee-Spree erwartet. Bis zur 50. Minute wehrten sich die Gäste von Fortuna Neubrandenburg mit aller Kraft gegen den Stralsunder HV und hatten immer wieder die Chance auf den Ausgleich. Am Ende behielten die Hausherren aber die Ruhe und gewannen mit 28:24. „Ich weiß, dass das nicht das schönste Handballspiel war, aber wir haben gewonnen“, bilanzierte SHV-Trainer Steffen Fischer.Das Spiel begann aus Stralsunder Sicht nach Plan: Mit einer offensiven Deckung und dem vorgezogenen Florian Zemlin setzte man die Neubrandenburger unter Druck und hatte einfache Ballgewinne. Schnell waren die Gastgeber auf 7:2 weggezogen. Hinten packte die Deckung zu und vorne funktionierten die Abläufe. Drei mal setze Zemlin Ole Prüter am Kreis mustergültig ein und es schien auf das erwartet deutliche Ergebnis hinaus zu laufen. Der Die Stralsunder brachten in der Offensive einen siebten Feldspieler, was aber überhaupt nicht funktionierte und für Unruhe sorgte.Dann kam aber der Bruch im Spiel. Drei freie Tempogegenstöße wurden leichtfertig weggeschenkt und hinten fehlte der Zugriff. Auch Torhüter Tobias Malitz zeigte nicht die gewohnte Leistung, auch sein Ersatzmann Tom Korth fand nicht in die Partie. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber eine 5-1-Deckung muss man mit viel Leidenschaft spielen, damit sie länger funktioniert. Das hat gefehlt“, begründete Fischer den plötzlichen Leistungsabfall. Die Neubrandenburger hatten sich hingegen inzwischen aufgerappelt und kämpften sich ran. Mit 16:15 ging es in die Halbzeit. „Die offensive Deckung hat uns in die Karten gespielt und auf die schnelle Mitte waren wir vorbereitet“, erklärte Gästetrainer Marcin Feliks. Wir sind trotz Rückstands immer dran geblieben und haben nicht aufgegeben. Ich bin stolz, auf das, was meine junge Mannschaft hier heute gezeigt hat“, lobte der Neubrandenburger sein Team. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich das gleich Bild und Seweryn Gryszka hatte vom Siebenmeterpunkt die Möglichkeit zum 18:18 Auszugleichen (36.). Doch Malitz brachte sein Bein in die Ecke lenkte den Ball ins Aus. Jetzt waren auch die Zuschauer wieder lautstark zu hören und die Gastgeber wachten auf. Mit der Umstellung auf die 6-0-Deckung kam auch die Sicherheit in der Defensive zurück und Johannes Trupp, Martin Hoffmann und Benjamin Hinz sorgten innerhalb von nur vier Minuten für das 21:17 für den SHV.Die Entscheidung war in dem Spiel aber noch nicht gefallen. Fehlwürfe aus guten Positionen und Fehler in der Deckung brachten die Gäste wieder auf 20:21 ran. Fischer nahm eine Auszeit, um sein Team erneut wachzurütteln. Dann halfen aber die Neubrandenburger tatkräftig mit, um die Siegesserie des SHV nicht reißen zu lassen. Zeitstrafen für Moritz Hauschildt und Stefan Stolt ließen die Hausherren fast vier Minuten in Überzahl agieren. Hinz und Ex-Fortune Fynn Martin Tippelt sorgten für einen erneuten Vier-Tore-Vorsprung für die Stralsunder und damit für die Vorentscheidung (56.). Den Schlusspunkt zum 28:24 setzte dann erneut Top-Torjäger Hinz mit seinem neunten Treffer und rettete sein Team so mit einem blauen Auge zum nächsten Sieg.„Ich hoffe die Mannschaft hat gemerkt, dass es nicht von Woche zu Woche von alleine so weitergeht. Mit halben Sachen kommen wir nicht nach vorne“, warnte Fischer davor, Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen und die Spannung zu verlieren.Mit dem zwölften Sieg im zwölften Spiel haben die Stralsunder Handballer nicht nur ihre weiße Weste gewahrt, sondern auch den ersten Platz am Ende der Hinrunde sicher. Das letzte Spiel der Hinserie ist am kommenden Wochenende (Sa., 19.30 Uhr) nach vier Heimspielen wieder ein Auswärtsspiel. Gegner ist mit dem VfV Spandau erneut ein Abstiegskandidat.

Niklas Kunkel

Ostsee-Zeitung