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09.11.2018
Handballer erwarten die SG OSF Berlin
SHV-Spielmacher Florian Zemlin sieht bei seiner Mannschaft viele Gründe für die qualitative Steigerung zum Vorjahr

Stralsund. Wenn SHV-Kapitän Martin Brandt, oder sein Vertreter, Martin Hoffmann, morgen in der Kabine der Stralsunder Handballer noch einmal das Wort ergreifen, ist allen Spielern klar, dass es gleich los geht. „Die machen das Team vor dem Spiel nochmal heiß. Viele Worte sind dafür dann aber schon nicht mehr nötig“, beschreibt Spielmacher Florian Zemlin die letzten Minuten vor einem Heimspiel. Danach geht es zum Einlaufen in die in dieser Saison stets gut gefüllte Halle. Zu Gast in der Vogelsanghalle ist morgen (19.30 Uhr) die SG OSF Berlin. Gegen den Tabellenneunten der Oberliga Ostsee-Spree soll es dann den zehnten Sieg im zehnten Spiel geben. 

Die Spannung wird im Training hochgehalten

Für den angepeilten Meistertitel und, um die weiße Weste zu wahren, gibt die Mannschaft auch in den Trainingseinheiten immer 100 Prozent. „Die Stimmung in der Mannschaft ist nach dem erfolgreichen Start natürlich sehr gut, aber es ist schwer die Spannung für jedes Spiel aufrecht zu erhalten. Deshalb ist es wichtig, dass im Training die Intensität hochgehalten wird und wir uns mit kleinen Wettkämpfen immer wieder motivieren“, sagt Zemlin. Gesprochen wird über das Thema Spannung in der Mannschaft aber wenig – den Ehrgeiz zu gewinnen, muss jeder selber mitbringen. Daran hat auch die hohe Qualität im Kader ihren Anteil, denn wer spielen will, muss sich im Training zeigen. Die Gründe für die bessere Mannschaftsleistung im Gegensatz zum Vorjahr macht Zemlin gleich an mehreren Punkten fest: „Zum einen haben wir uns als Mannschaft entwickelt und machen weniger Fehler, weil wir schon länger zusammen spielen. Dazu haben unsere Neuzugänge uns qualitativ noch einen Schritt nach vorn gebracht und Steffen (Fischer Anm. d. Red.) bringt sehr akribische Vorbereitung auf jeden Gegner mit.“

Neuer Trainer – Neue Vorbereitung

SHV-Trainer Steffen Fischer macht keinen Hehl daraus, dass er ein Fan von Videostudien und genauester Vorbereitung auf den Gegner ist. Damit fordert er hin und wieder nicht nur sportlich echte Höchstleistungen von seiner Mannschaft. „Er würde bestimmt gerne eine zweieinhalbstündige Taktikbesprechung machen, aber  da bremst ihn das Team aus“, scherzt der 28-jährige Zemlin. „Stattdessen machen wir vor jedem Training eine kurze  Besprechung und setzen das Thema dann gleich im Training um. Das ist anspruchsvoll, aber erträglich für den Kopf“, erzählt er weiter.

„Stimmung ist wohl einmalig“

Als Spielmacher in der Offensive und Teil des Mittelblocks in der Defensive muss Zemlin die Taktik an Spieltagen auf das Feld bringen. Hier stellt ihn dann weniger die Taktik, als viel mehr die Atmosphäre in der heimischen Vogelsanghalle vor eine Aufgabe. „Phasenweise bin ich so im Fokus, dass ich wenig davon mitkriege, aber wenn ich vorne Spielzüge ansagen will, nehme ich die Lautstärke richtig wahr. Die Stimmung in der Halle ist in unserer Liga etwas besonderes und wohl einmalig“, sagt Zemlin.

Im Spielverlauf sieht er seine Aufgabe auch darin, mit seiner Erfahrung Ruhe ins Spiel zu bringen. Neben dem Feld will er den jungen Spielern helfen die nächsten Schritte zu machen. Ansonsten hat er aber keine feste Aufgabe Abseits des Spielfelds: „Die Jobs wie Getränkewart oder Mannschaftskasse mussten sich zum Glück die jüngeren Spieler untereinander aufteilen.“

Morgen Abend ist dann aber wieder die Arbeit der gesamten Mannschaft gefordert, denn die Gäste aus Berlin haben mit einem Punktgewinn beim HV Grün-Weiß Werder (27:27) zuletzt für eine kleine Überraschung gesorgt, denn Werder steht auf dem dritten Platz und mausert sich zu einer Spitzenmannschaft der Oberliga Ostsee-Spree. Die Überraschung dem Favoriten einen Punkt abzujagen, soll sich in Stralsund aber nicht wiederholen. 

Niklas Kunkel

Ostsee-Zeitung

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