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19.10.2018
Duell mit Vorgeschichte für Stralsunds Handballer

Stralsund. Morgen wollen die Stralsunder Handballer einen wichtigen Schritt in Richtung dritte Liga machen. Um 19.30 Uhr ist der „Angstgegner“ des Stralsunder HV, der Lausitzer HC Cottbus, in der Oberliga Ostsee-Spree zu Gast in der Vogelsanghalle.
Die Cottbusser sind das einzige Team, dass der SHV in den vergangenen beiden Jahren nicht besiegen konnte. In der abgelaufenen Saison verlor man das Heimspiel mit 30:31, auswärts gab es eine 24:28-Schlappe. Auf der Trainerbank saß zu dem Zeitpunkt noch der jetzige SHV-Geschäftsführer Markus Dau: „Ich würde nicht sagen, dass Cottbus unser Angstgegner ist, aber es ist schon ein spezielles Spiel. Wir konnten seit zwei Jahren nicht gegen sie gewinnen und mussten Cottbus vor zwei Jahren durch die direkte Niederlage punktgleich den Staffelsieg überlassen.“
Trotz schwankender Leistungen schafften es die Cottbusser in den Partien gegen den SHV immer, ihre beste Leistung abzurufen und zeigten kaum Schwächephasen im Spielverlauf.
Auch in der laufenden Saison fallen die Ergebnisse der Lausitzer ganz unterschiedlich aus. Drei Siegen stehen zwei Unentschieden und zwei Niederlagen gegenüber. Am vergangenen Wochenende spielten sie in eigener Halle 30:30 gegen den HV Werder.
Für das morgige Spiel hofft Dau auf eine volle Vogelsanghalle und sieht neben der besonderen Motivation für die Spieler, die sich für die Niederlagen revanchieren wollen, einen weiteren entscheidenden Unterschied zu den Vorjahren: „Mit Steffen Fischer haben wir einen neuen Trainer, der sich ein eigenes Bild vom Gegner macht und unbefangen in das Spiel gehen kann. Und die Spieler werden nach dem erfolgreichen Saisonstart ohne Niederlage mit breiter Brust auftreten.“
Der Neue an der Seitenlinie sieht beim Gegner vor allem individuelle Qualiät. „Für mich ist der LHC eine der stärksten Mannschaften der Liga. Der Rückraum ist sehr wurfgewaltig und das Team ist sehr gut eingespielt“, beschreibt Fischer den Gegner und weist dabei besonders auf die drei Takev-Brüder Robert, Florian-Martin und Alexander, und dazu auf Top-Torjäger Nick Wiedera, hin.
Die zwei Wochen spielfreie Zeit nutzte das Team ganz vielfältig. Während Torhüter Tobias Malitz seinen 23. Geburtstag feierte, wurde Kreisläufer Jakub Vanek Vater. Aufgrund eines grippalen Infekts bei einigen seiner Spieler musste Fischer seine Trainingspläne etwas umstellen: „Viele Spieler waren in der Zeit angeschlagen. Man hat ihnen angemerkt, dass ihnen die letzten Spiele noch in den Knochen steckten. Deshalb lag der Fokus bei uns eher auf Regeneration, als auf Kraft und Ausdauer“, sagt Fischer.
Einer extra Motivation vom Trainer braucht die Mannschaft nach der Ruhephase aber nicht: „Für mich ist es eine total angenehme Situation. Ich hatte sonst die Sorge, dass wir nach den deutlichen Siegen zuletzt etwas den Biss verlieren, aber durch die Vorgeschichte mit Cottbus ist das überhaupt nicht der Fall. Die Jungs sind total fokussiert und wollen undbedingt gewinnen.“
Der Coach erwartet ein Duell auf Augenhöhe und deutlich mehr Spannung, als in den vergangenen Spielen gegen Doberan und Preussen: „Es wird ein ganz spannendes Duell. Wir sind auf die Emotionen und auf die Zuschauer in unserer eigenen Halle angewiesen, um zu gewinnen.“
Während die Männer des SHV die Tabellenführung in der Oberliga Ostsee-Spree ausbauen wollen, geht es für die Frauen des Stralsunder HV um wichtige Punkte, um den Anschluss an das Mittelfeld in der Verbandsliga zu schaffen.
Nach vier Spieltagen steht erst ein Sieg zu Buche. Das einzige Heimspiel gewann die Mannschaft von Trainerin Laura Foth gegen den Vellahner SV mit 26:22. Am Sonntag um 14 Uhr ist das Team vom Bad Doberaner SV zum zweiten SHV-Heimspiel zu Gast in der Diesterweghalle.

Niklas Kunke
Ostsee-Zeitung Stralsund