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08.10.2018
SHV lässt auch Preussen keine Chance

Stralsund. Die Handballer des Stralsunder HV marschieren weiter durch die Oberliga Ostsee-Spree. Am Sonnabend „vermöbelten“ sie Aufsteiger BFC Preussen aufgrund eines vor allem in der ersten Halbzeit dominanten Auftretens mit 32:18 (19:7). Der Erfolg gegen die Berliner war bereits der dritte Saisonsieg mit mehr als zehn Toren Differenz und der zweite Kantersieg in Folge. Einmal mehr präsentierte sich Linksaußen Benjamin Hinz mit elf Treffern als treffsicherster Angreifer. Zudem war SHV- Trainer Steffen Fischer von der Leistung von Jon Ehlers und Jakub Vanek angetan: „Jakub hat sich gut präsentiert und auch Jon ist positiv aufgefallen. Er ist dorthin gegangen, wo es wehtut.“Der Tabellenführer ging nach gut drei Minuten mit 2:0 durch Kapitän Martin Brandt und Ole Prüter in Führung. Ein Abspielfehler von Florian Zemlin ermöglichte Preußen den ersten Treffer nach Konter (5.). Nur 40 Sekunden später glichen die Gäste das erste und letzte Mal aus. Fortan beherrschte der SHV die Partie und nutzte die zum Teil großen Lücken in der BFC-Deckung. Johannes Trupp, Prüter und erneut Trupp waren dreimal hintereinander völlig frei am Kreis und ließen ihr Team auf 7:3 davonziehen (12.).Doch die Jungs aus der Hauptstadt offenbarten nicht nur Schwächen in der Defensive – auch in der Vorwärtsbewegung schlichen sich viele Schritt- und Abspielfehler ein. „Das ist ein ganz anderer Sport, weil anderes Tempo, wenn man wie wir in Berlin ohne, hier aber mit Haftmittel spielt“, erklärte BFC-Trainer Alexander Schwabe.Nach einer Viertelstunde durften Prüter und Zemlin durchschnaufen. Ehlers übernahm im Rückraum, Vanek am Kreis. Gut drei Minuten vor der Pause besorgte erst Ehlers erstmals den zweistelligen Vorsprung (17:7), dann Hinz per Doppelschlag den Halbzeitstand. Preussen schien gegen die dynamische SHV-Offensive überfordert, vor allem wenn die Sundstädter bei Kontern über Hinz und Martin Hoffmann schnell umschalteten. „Die erste Halbzeit war mit Sicherheit ein großer Schritt zum Sieg. Es war ziemlich schnell klar, wo die Reise hingeht“, meinte Fischer hinterher.Zum zweiten Abschnitt tauschte der Übungsleiter das Personal kräftigt durch. Tom Korth hütete das Tor und konnte sich einige Male auszeichnen. Zudem rückten Fynn-Martin Tippelt, Kay Landwehrs und Corvin Obst auf die Platte. Letzterer reihte sich zunächst als offensiver Verteidiger ein. „Wir haben in der zweiten Halbzeit ein bisschen was probiert, zum Beispiel die offensive 5:1-Abwehr. Das haben wir dann aber ziemlich schnell wieder umgestellt, weil es heute nicht so funktioniert hat wie gedacht“, beschrieb Fischer das Experiment.Zu Beginn der zweiten Hälfte erwies sich Preussens Torwart Daniel Heesch als Bank, entschärfte fünf Würfe (21:10/39.). Spektakulär rettete der Hüne, als er bei Balleroberung des SHV von der BFC-Bank ins Tor sprintete, einen Tippelt- Wurf auf das vermeintlich leere Tor aus dem oberen Eck kratzte und dabei die nebenstehenden Werbebanden abräumte. Den sehenswertesten Treffer erzielte Corvin Obst, der einen weiten Pass von Tom Korth mit dem Rücken zum Tor fing, sich drehte, aus der Bewegung einnetzte und so die Zuschauer kurz aus den Sitzen riss (22:10/ 42.). In der Folge konnten die Hausherren spielerisch nicht an die ersten 30 Minuten anknüpfen und verwalteten den Vorsprung. „Insgesamt gesehen stand die zweite Halbzeit etwas hinter der ersten. Und wenn man das langfristige Ziel im Auge behält, hätte der zweite Durchgang nicht für die 3. Liga gereicht“, gestand Fischer. Allerdings sei die sportliche Spannung bereits zur Pause gelöst gewesen, empfand BFC-Coach Schwabe.Der SHV kann sich nun zwei Wochen lang auf das Heimduell gegen den Lausitzer HC aus Cottbus vorbereiten, denn am Wochenende hat die Fischer-Truppe spielfrei.

 

Horst Schreiber

Ostsee-Zeitung