Aktuelles

10.09.2018
Derysieg zum Heimauftakt

Stralsund. Als SHV-Torhüter Tobias Malitz in der 49. Minute beim Stand von 25:11 vom Feld geht, wird er von den Fans in der Vogelsanghalle lautstark gefeiert. Der Neuzugang brachte den Angriff der SG Uni Greifswald/Loitz im Derby in der Oberliga Ostsee- Spree zur Verzweiflung. „Die Atmosphäre hier in der Halle ist immer wieder beeindruckend. Wir haben wohl die beste Fanszene in MV“, freute sich der 22-Jährige nach dem ersten Heimspiel. Am Ende gewann Stralsund auch in der Höhe verdient mit 29:13.

Malitz wollte das an ihn gerichtete Lob aber nicht für sich allein beanspruchen: „Wir haben eine super Abwehr gespielt, das hat mir besonders in der ersten Halbzeit viele leichte Paraden beschert.“ Zum Pausenpfiff hatten die Gäste gerade einmal fünf Tore erzielt, zwei davon durch Siebenmeter, zwei weitere durch Abpraller, bei denen Malitz ohne Chance war. Auch Trainer Steffen Fischer freute sich über die starke Defensivleistung seines Teams: „Wir haben uns vor dem Spiel vorgenommen, das Hauptaugenmerk auf die Abwehr zu legen und das ist uns gelungen. In der Deckung, in Kombination mit unseren Torhütern, sehe ich ganz viel Potenzial.“Dabei sah der Coach zu Beginn des ersten Heimspiels der Saison eine nervöse Vorstellung seines Teams. „Wir haben gute Sachen gespielt, aber zu häufig den falschen Abschluss gewählt. Es fehlte der letzte Pass, um eine gute Chance zu nutzen. Nach zehn Minuten habe ich auf die Anzeigetafel geguckt, und es stand 3:2 – das zeigt, dass beide Teams nicht gut angefangen haben“, sagte der 28-Jährige. Danach konnte sein Team sich aber absetzen.Das lag zum einen an fünf Treffern von Florian Zemlin, der in der chaotischen Anfangsphase die Verantwortung übernahm, zum anderen daran, dass die SG sich selbst schwächte. Florian Fink beschwerte sich nach einer Zwei-Minuten-Strafe gestenreich bei den Schiedsrichtern und kassierte gleich eine zweite Zeitstrafe. Kurz vor der Pause griffen die Unparteiischen dann auch gegen den SHV durch. Bei einer Defensivaktion von Martin Hoffmann wollen sie einen absichtlichen Griff in das Gesicht des Gegners gesehen haben. Als Konsequenz sah Geburtstagskind Hoffmann Rot und musste früh auf der Tribüne Platz nehmen.In der zweiten Halbzeit ließ die Intensität dann jedoch spürbar nach. Die Gäste fanden kein Mittel gegen die variable Deckung des SHV. Bei aller Euphorie über den deutlichen Sieg gibt es nach dem zweiten Saisonsieg noch Punkte, die Fischer nicht gefallen haben: „Wir haben ganz viel individuelle Klasse, um die Tore zu erzielen, müssen das aber noch besser in unsere Systeme einfügen. Wir hätten eigentlich noch mehr Tore werfen müssen, sind aber natürlich trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden.“Der deutliche Spielstand brachte dem Trainer, der in der Partie selbst nicht mit auf dem Feld stand, die Möglichkeit den angeschlagen Kapitän Martin Brandt auf der Bank zu lassen. Ansonsten kamen alle Spieler zum Einsatz: „Die Spiele sind wichtig für das Mannschaftsgefüge und ich konnte mit Corvin Obst im Rückraum und Kay Landwehrs auf rechts ein paar Alternativen für die Saison testen.“Die letzten Minuten in seinem ersten Heimspiel als SHV-Trainer konnte Fischer dann richtig genießen: „Wenn am Ende die ganze Halle steht, ist das eine schöne Bestätigung für uns. Das brauchen wir auch in zwei Wochen gegen Usedom.“ Durch den Sieg stehen die Stralsunder an der Spitze der Tabelle und fahren als Favorit zur noch sieglosen SG Blau-Weiß nach Berlin (Sa., 16 Uhr). Niklas Kunkel