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06.11.2017
Oberliga-Meister Cottbus bestraft Schwächen des SHV

Stralsunds Handballer haben mit 30:31 ihre erste Niederlage der Saison kassiert / Für Johannes Trupp war es ein Weckruf

Stralsund. Die Enttäuschung ist Markus Dau ins Gesicht geschrieben. Gegen den LHC Cottbus hat der Stralsunder HV die erste Pleite der Saison kassiert. Mit 30:31 (16:20) verloren die Handballer vom Sund das Duell in der Oberliga Ostsee-Spree. „Ich glaube das Hauptmanko war heute die Abwehrleistung in der ersten Halbzeit, da haben wir 20 Gegentore kassiert“, sagte der SHV-Trainer nach dem Spiel. Mit der Offensivleistung war er dagegen einigermaßen zufrieden. Immerhin erzielten die Hausherren vor der Pause selbst 16 Tore.

„Gerade in der ersten Hälfte fehlten uns aber auch einige einfache Tore,“ meinte Dau. Sonst hätte der Gastgeber vielleicht keinem Rückstand hinterher laufen müssen. „Die erste Halbzeit war abwehrtechnisch die schlechteste der Saison“, befand auch Kai Baresel, der die Partie verletzungsbedingt von der Bank aus verfolgte. „Flori und Benny (Zemlin und Hinz/d.Red.) haben uns durch ihre Tore im Spiel gehalten“, meint der SHV-Akteur. Doch das allein reichte nicht. Denn eigentlich hatte sich das Team deutlich mehr vorgenommen. Mehr Druck aufbauen, häufiger in den Gegenstoß gehen.

„Trotzdem, was die Jungs in der zweiten Halbzeit gefightet haben, das war schon gut. Da sieht man, dass der Charakter stimmt“, sagte Dau. Dennoch fiel es der Mannschaft schwer, den Rückstand aufzuholen. Nach fast jedem Treffer, den sie erzielten, gelang den Gästen im Gegenzug ein Tor. Etwa vier Minuten vor Schluss machte Florian Zemlin mit dem Treffer zum 28:28 den Fans wieder Mut. „Auf geht’s Stralsund – kämpfen und siegen“, skandierten sie. Ein Siebenmeter brachte den LHC wieder nach vorn. Nach dem 29:30 und dem erneuten Ausgleich stand das Spiel auf Messers Schneide.

Die Gäste zeigtem ihre Klasse und warfen zehn Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Treffer durch Nick Widera, der mit insgesamt elf Toren der beste Torschütze des LHC war. Damit war das Spiel entschieden, denn der SHV schaffte es in den letzten Sekunden nicht – nachdem die Heimsieben noch eine Auszeit genommen hatte –, die Abwehr des LHC zu durchbrechen. „Es wäre uns fast gelungen, das Spiel zu drehen“, resümierte auch Co-Trainer Marcel Effenberger.

Für Johannes Trupp, der sieben Jahre lang beim LHC spielte, verlief die Partie auch anders als geplant. „Gegen Cottbus gab es den Wachrüttler, der sich in den letzten Wochen anbahnte. Das ist bitter. Sicherlich hätte ich gerade dieses Spiel gern gewonnen“, sagte er. Aus dieser Lektion müsste die Mannschaft ihre Lehren ziehen. Johannes Trupp: „Die Niederlage tut sehr weh, weil sie so berechenbar war. Wir haben eine fallende Formkurve gezeigt und die hat in diesem Spiel ihren Tiefpunkt gefunden.“ Jetzt müsse das Team wieder nach vorn sehen und am Aufstiegsziel weiterarbeiten. Das sieht Coach Markus Dau genauso. „Wir werden das Spiel aufarbeiten und uns dann auf das Duell beim MTV Altlandsberg am kommenden Wochenende vorbereiten“, erklärte der Trainer.

Manuela Wilk

SHV: Ligarzewski, Korth – Langschwager, Tippelt 2, Landwehrs, Hoffmann 1, Vanek 2, Hinz 13/7, Zemlin 6, Trupp 6, Ehlers.

Siebenmeter: SHV 7/7, LHC 5/4.

Strafminuten: SHV 8, LHC 4.