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05.11.2017
Glanzloser Derbysieg in Doberan

 

SHV-Handballer setzen sich mit 28:21 durch. Kay Landwehr kehrt an einstige Wirkungsstätte zurück.

Von Burkhard Ehlers

Bad Doberan. Die Handballer des Stralsunder HV bleiben in der Oberliga Ostsee-Spree auf Erfolgskurs. Am Sonnabend setzten sie sich vor 400 Zuschauern - darunter etwa 30 eigene Fans - beim Bad Doberaner SV verdient mit 28:21 (15:10) durch. Damit gewannen sie auch das dritte Landesderby in Folge und feierten den siebten Sieg im siebten Saisonspiel. Spielerisch rissen die Schützlinge von Trainer Markus Dau allerdings keine Bäume aus.

Für einen Stralsunder war die Partie in Doberan etwas ganz Besonderes. Neun Jahre lang war Kay Landwehrs für den DSV auf Torjagd gegangen, jetzt kehrte er erstmals an seine frühere Wirkungsstätte zurück, an der ihm ein überaus herzlicher Empfang zuteil wurde. Der 28-Jährige hätte sich gern mit einer entsprechenden Leistung revanchiert, blieb jedoch über 60 Minuten blass.

Die Hausherren waren in der heimischen Stadthalle exakt 25 Minuten in der Lage, auf Augenhöhe zu agieren - deutlich zu wenig, um für eine Überraschung zu sorgen. Beim Stand von 10:9 für den SHV nach eben jenen 25 Minuten nahm Dau eine kleine, aber überaus wirksame Korrektur in der Abwehr vor - er stellte von einer 6-0- auf eine offensiv ausgerichtete 5-1-Variante um. Damit war es um den bis dahin sehr dynamischen Doberaner Angriff (Voigt, Meyer) geschehen.

In der Folge häuften sich die Fehler der Hausherren, die den mit einer Rückenverletzung fehlenden Routinier Yann Vizhbovskyy (40) spätestens jetzt schmerzlich vermissten. Die Folge: Mit dem Zwischenspurt zum 15:10-Pausenstand hatten die Gäste praktisch bereits für die Entscheidung gesorgt, wobei namentlich Johannes Trupp - der Linkshänder erzielte alle seine sieben Tore im ersten Abschnitt - von der DSV-Abwehr kaum zu halten war. Nach der Partie war der 26-Jährige erleichtert. „Wir sind mit gemischten Gefühlen nach Doberan gefahren, schließlich kennen wir uns alle ganz gut“, sagte Trupp nach dem Abpfiff.

Auch mit der deutlichen Führung im Rücken fanden die Männer vom Sund nicht zu einer klaren spielerischen Linie. „Schön war’s sicherlich nicht, aber am Ende zählen die zwei Punkte“, befand Markus Dau, der aber insgesamt unzufrieden war mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die zwar mehr oder weniger dominierte, dabei aber spielerischen Glanz weitgehend vermissen ließ.

So verpassten die nachlässiger werdenden Stralsunder in den letzten sechs Minuten einen deutlicheren Sieg, nachdem sie zwischenzeitlich bereits mit zehn Toren Differenz geführt hatten (26:16/
54.). „Wir haben die Schlussphase im Schongang absolviert - das geht gar nicht“, war Dau sauer. Und der immer noch verletzte SHV-Spielmacher Martin Brandt - „in diesem Jahr werde ich nicht mehr spielen“ - sah es ähnlich: „Die Schlussphase hätten wir uns sparen können.“
Am Ende war das Ergebnis - Lars Rabenhorst fand es „noch erträglich“ - dennoch standesgemäß. Der DSV-Coach bedauerte, dass der Einbruch so abrupt kam. „Bis kurz vor der Pause haben wir an einer Sensation geschnuppert, aber dann machten wir es dem Gegner zu leicht“, so Rabenhorst. Den Stralsundern wird’s egal sein. Zum nächsten Spiel empfangen sie am 4. November den LHC Cottbus und sind erneut Favorit.