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09.10.2017
Siebenmeter-Abspann bringt den Derbysieg Stralsunder HV gewinnt Handball-Thriller gegen HSV Insel Usedom mit 26:25

Von Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. Die Trainer waren sich einig: „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen“, stimmte SHV- Coach Markus Dau seinem Usedomer Trainer-Kollegen Nico Heidenreich zu. 950 Handball-Anhänger verfolgten in der brodelnden Vogelsanghalle das Kopf-an-Kopf-Rennen, das am Ende mit 26:25 zu Gunsten des Stralsunder Oberligisten ausging.

„Gerade vor solch’ einer Kulisse gehen beide Teams hochmotiviert in das Derby“, weiß der SHV- Coach. Doch Dau sah auf seiner Seite anfangs einige Abstimmungsprobleme. Dadurch kam die SHV- Crew nicht so gut in den Gegenstoss. Denn nach der 2:0-Führung ließen die Hausherren die Gäste auf 5:5 ausgleichen und lagen beim 6:7 erstmals im Hintertreffen. „Wir haben zu dem Zeitpunkt zu viele technische Fehler gemacht und Fehlwürfe produziert. Das war der Grund, warum Usedom mit drei, vier Toren in Führung ging“, analysierte Dau.

Der HSV schien hingegen die richtigen Mittel gefunden zu haben. „Wir haben in der Abwehr gut gestanden und über die zweite Welle einfache Tore gemacht“, erklärte Usedom-Coach Nico Heidenreich. „Doch fehlte uns dann in den letzten Minuten der ersten Halbzeit die Konzentration, um diesen Vorsprung zu verwalten“, so der 30-Jährige. Mit nur einem Treffer Vorsprung für die Gäste ging es beim 14:15 in die Pause. „Für uns etwas unglücklich, denn wir waren gerade gut drin im Spiel“, meinte Heidenreich.

Zum Start der zweiten Halbzeit sah Dau seine Crew wieder präsent wie vor der Pause und absolut auf Augenhöhe mit dem Gegner. Eine Situation, die den Gästen nicht gefiel. „In den ersten Minuten nach dem Wechsel haben wir zu viele Fehler in Abwehr und Angriff gemacht, was der SHV sofort bestraft hat“, so der Gästetrainer. Auf 20:16 bauten die Einheimischen ihren Vorsprung bis zur 40.<TH>Minute aus.

Wechselnde Führungen heizten im weiteren Verlauf die Stimmung im Publikum weiter an. Auch wenn die mitgereisten Usedomer Fans dem Heimblock zahlenmäßig unterlegen waren, ging der Punkt für die eifrigsten Trommler auf die Insel. „Das ist der Grund, warum wir Handball spielen“, lobte SHV- Schütze Benjamin Hinz (12 Tore) den Fan-Background.

Mehr Spannung konnten die letzten Minuten nicht bieten. 100 Sekunden vor Schluss führten die Gäste mit 25:24. Mit Beginn der 60. Minute glich der SHV aus, bevor Benjamin Hinz zehn Sekunden vor Abpfiff den siebten von acht SHV-Siebenmetern zum letztendlich glücklichen 26:25-Derbysieg verwandelte.

„Es war das Auf und Ab eines typischen Derbys“, meinte Coach Markus Dau. „Die Usedomer haben gezeigt, wozu sie imstande sind. Es war sicher nicht unser schönstes Spiel, wir waren in der Abwehr nicht so konsequent. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen. Aber ich freue mich natürlich, das Derby gewonnen zu haben.“ „Wir haben kurz vor Schluss verpasst, den Sack zuzumachen“, bedauerte Usedom-Coach Heidenreich. „Aber ich muss die Mannschaft loben. Schade, dass sie sich nicht belohnt hat.“