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13.02.2017
Handballer reißen in letzter Sekunde das Ruder herum

Stralsunder HV gewinnt gegen die Füchse Berlin mit einem Tor Vorsprung

Berlin. Sie jubeln und feiern. Die Handballer der Stralsunder HV sind glücklich und erleichtert. Mit 23:24 können sie die Partie gegen die Füchse Berlin II für sich entscheiden.


Dabei sieht es am Anfang noch nach einem Sieg für die Berliner aus. Stralsund reiste mit einem besonders kleinen Kader an. „Wir haben am Limit gespielt“, sagt Trainer Markus Dau. Er musste unter anderem auf Martin Brandt, Jakub Olejniczak und Maic Sadewasser verzichten.

Aufgrund der engen Personallage steht letztendlich nicht nur der verletzte Adam Swiatek auf dem Feld. Auch Trainer Dau hatte sich im Vorfeld als Spieler aufstellen lassen. „Ich dachte, so kann ich dem einen oder anderen eine Verschnaufpause zwischendurch ermöglichen.“ Aber Stralsund findet zu Beginn nicht recht ins Spiel. „Gerade in der ersten Viertelstunde waren wir vom Kopf her noch nicht da, wo wir im Spiel gegen Cottbus gewesen sind.“ So treffen die Gastgeber schnell zur 1:0-Führung. Der SHV bleibt dran und erkämpft sich den Gleichstand. Die Füchse machen Druck, erhöhen auf 5:3 und bauen den Vorsprung auf drei Tore aus. Stralsund kommt zwar wieder bis zum 7:7 heran, doch die Berliner holen sich ihre Führung zurück. Sie halten die Gäste meist ein bis zwei Tore auf Abstand.

Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff betritt Markus Dau das Feld. Er spielt auf seiner alten Position am Kreis. Der SHV-Trainer hatte die Mannschaft zum Ende der letzten Saison verlassen. „Das war schon etwas Besonderes, wieder dabei zu sein“, sagt er. Zwar habe er zuletzt auch die zweite Stralsunder Mannschaft verstärkt, „aber vom Tempo her ist es doch ein Unterschied“. Am 14:12-Pausenstand kann er aber nichts ändern.

Mit neuem Mut und Kraft starten die Stralsunder in die zweite Hälfte. „Wir haben uns peu á peu wieder rangearbeitet“, resümiert Dau. „Und Szymon Ligarzewski hat im Tor eine hervorragende Leistung gezeigt“, lobt er. In der 37. Minute macht sich die harte Arbeit bezahlt. Die Handballer vom Sund führen mit 15:16 erstmals in der Partie gegen den Tabellensechsten. Aufatmen bei den mitgereisten Fans, die in der Berliner Halle für Stimmung sorgen. „Das war echt klasse“, freut sich Trainer Dau.

Die Erleichterung währt nicht lang. Die Gastgeber sichern sich erneut die Führung. In der 49. Minute steht es 22:19. Stralsund versucht, die letzten Reserven zu mobilisieren: 54. Minute und der Anschlusstreffer zum 22:21.

Kurz darauf muss der SHV in doppelter Unterzahl weitermachen. Martin Hoffmann und Jakub Vanek bekommen eine Zeitstrafe. „Glücklicherweise hat es trotzdem irgendwie funktioniert“, sagt Dau. Zwei Minuten vor dem Schluss steht es dann 23:23. Die Zeit läuft weiter. Stralsund hat den Ball. Noch 30 Sekunden zu spielen – und Marcel Effenberger vom SHV nimmt eine Auszeit. „Das war Taktik. Die Spieler sollten noch einmal Luft holen“, erklärt Dau. Die Handballer durften Kopf und Ball nicht verlieren. Schließlich die große Chance für den Tabellenführer in den letzten Sekunden: Ein Siebenmeter. Benjamin Hinz verwandelt ihn und beschert seinem Team den verdienten 23:24 Auswärtssieg.

Für den SHV spielten: Szymon Ligarzewski, Tim Escher, Marc Hünerbein, Kai Baresel, Benjamin Hinz, Martin Hoffmann, Lucas-Peter Kladek-Markau, Jakub Vanek, Adam Swiatek und Markus Dau

(Ostsee-Zeitung/Manuela Wilk)