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19.12.2016
Souveräner SHV-Auftritt in Doberan

Oberliga-Handballer feiern 31:16-Kantersieg / Torhüter Tim Escher bestens aufgelegt (Bildergalerie)

Bad Doberan. Die Oberliga-Handballer des Stralsunder HV haben ihre Aufgabe beim Bad Doberaner SV souverän gelöst. Vor über 300 Zuschauern – darunter knapp 20 als Weihnachtsmänner verkleidete eigene Fans – setzten sie sich in der Stadthalle klar mit 31:16 (15:8) durch. Da der HSV Insel Usedom zeitgleich den bisherigen Spitzenreiter MTV Altlandsberg mit 24:23 besiegte, gehen die Sundstädter als Tabellenzweiter hinter dem LHC Cottbus (je 20:4 Punkte) in die kurze Festtagspause.

Von einem „schönen Jahresabschluss“ sprach SHV-Trainer Markus Dau nach den wenig aufregenden 60 Minuten. Zu deutlich war die Überlegenheit der Gäste, die einmal mehr in Martin Brandt (9 Tore) einen überragenden Kapitän hatten. Mindestens ebenso gut machte Torhüter Tim Escher seine Sache. Der 20-Jährige wehrte 19 von 35 Bällen ab (54 Prozent) und brachte die Hausherren an den Rand der Verzweiflung.

Kein Wunder, dass Dau ausdrücklich hervorhob, dass er immer wieder gern nach Doberan komme. „Die kleine Halle ist stets gut gefüllt, das macht für Spieler und Trainer Riesenspaß“, so der Coach. Und:

„Angesichts des Ergebnisses war es heute natürlich eine runde Sache.“ Vorn war es neben Brandt vor allem Linksaußen Benjamin Hinz (ebenfalls 9 Treffer), der die DSV-Abwehr immer wieder vor Probleme stellte.

Daus Gegenüber Lars Rabenhorst suchte nach den einseitigen 60 Minuten nicht nach Ausreden. „Die Stralsunder waren uns so deutlich überlegen, wie es die Tabelle aussagt“, meinte der DSV-Trainer und ergänzte: „Eigentlich kann ich meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen – vielleicht hat sie ein paar Möglichkeiten zu viel ausgelassen.“ Das war allerdings untertrieben, denn namentlich im ersten Abschnitt vergaben die Hausherren viele glasklare Chancen und verpassten so die Möglichkeit, die Partie länger offen zu halten.

Das gelang lediglich zehn Minuten lang (3:3). Dann drehte der Gast auf, enteilte auf 9:4 (20.) und hatte den Widerstand des Kontrahenten bereits zu diesem Zeitpunkt gebrochen. In der Folge bissen sich die Einheimischen am 230-Kilo-Mittelblock des SHV (Vanek und Sadewasser) die Zähne aus. Was dennoch aufs Tor kam, wurde meist eine Beute von Escher, wobei den Gästen die lange Verletztenliste der Hausherren natürlich entgegenkam.

Nach der Pause enteilten die Stralsunder immer weiter und lagen beim 19:9 (37.) erstmals mit zehn Toren vorn. Nach 53 Minuten hatten sie den Vorsprung auf 16 Treffer ausgebaut (29:13). „Wir haben den Gegner von Anfang an ernst genommen und waren damit gut beraten“, befand „Benny“ Hinz. Die kurze Pause störte ihn übrigens nicht: „So kann man halbwegs im Rhythmus bleiben.“

Unterdessen zog Markus Dau ein positives Fazit nach zwölf von 26 Saisonspielen. „Ich bin erstmal zufrieden, auch wenn vielleicht noch ein bisschen Konstanz fehlt“, sagte der Trainer. Bis zur 3. Liga sei es noch ein langer Weg. Sollte es weitergehen wie bisher, werde man sich im März mit dem Thema Aufstieg auseinandersetzen. Für den SHV geht es am 7. Januar mit dem Heimspiel gegen den SV Brandenburg-West weiter.

Doberaner SV: F. Voigt, Prothmann – S. Voigt 3/1, Lehwald 3, Ritzrau, Jahn, Stöwsand 1, Palm, Fandrich, Sachse 1, Paul 1, Vizhbovskyy 4, Lendner 3.

Stralsunder HV: Escher, Ligarzewski – Vanek 2, Brandt 9, Baresel 2, Olejniczak 1, Hünerbein 4, Hoffmann 3, Sadewasser 1, Kladek-Markau, Hinz 9/4, Swiatek.

Siebenmeter: DSV 1/1, SHV 4/4.

Strafminuten: DSV 12, SHV 2.

Burkhard Ehlers, Ostsee-Zeitung