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05.06.2016
Interview mit Julia Schwanbeck, SHV-Damen

Die SHV-Damen haben uns eine tolle Saison beschert, und wir konnten spannende und hochklassige Spiele miterleben. Julia Schwanbeck hat sich Zeit genommen, um einige Fragen zur Mannschaft, zu sich selbst und zum Handball allgemein zubeantworten:

Julia, die SHV-Frauen sind nach langer Zeit mal wieder Landesmeister geworden, sind bis ins Final Four gekommen. Die Mannschaft war eine tolle Mischung aus jung und „alt“ - wie geht es weiter?

JS: Schon in der vorangegangenen Saison 2014/2015 wurden die jungen Spielerinnen in unser Frauenteam integriert und Schritt für Schritt an die Erwachsenenliga herangeführt. Bereits in dieser Saison zeigte sich, welch Potential in der Mannschaft steckt und wie sehr sich die jungen Spielerinnen an das doch mehr körperbetonte Spiel im Frauenbereich gewöhnten. Ich glaube, wir haben rechtzeitig einen altersbezogenen „Umbruch“ geschafft, der letztendlich verdient in diesem Jahr mit dem Landesmeistertitel belohnt wurde. Der Impuls der jungen Spielerinnen hat uns noch ein Stück weiter gebracht und uns so den lang ersehnten Titel ermöglicht. In den letzten Jahren haben wir gerade in den entscheidenden Spielen nicht zu unserer Form gefunden und uns damit selbst die Titelchancen zunichte gemacht. Unsere Botschaft „ENDLICH“ trifft es auf den Punkt. Für die kommende Saison gilt es , an die Leistungen anzuknüpfen und stetig weiter auszubauen.

Ihr habt eine sehr erfolgreiche Saison hinter euch. Du selbst konntest bei den letzten Spielen verletzungsbedingt nicht mehr dabei sein. Wie geht es dir heute?

JS: Leider hat mir mein Knie immer wieder zu schaffen gemacht, sodass eine erneute OP unumgänglich war. Jetzt versuche ich mit Ruhe und Physiotherapie wieder gesund zu werden.

Wann wirst du wieder spielen können?

JS: Nachdem ich seit 2011 keine Saison verletzungsfrei bestreiten konnte und mich immer wieder schwerwiegende Verletzungen zurückwarfen, habe ich schweren Herzens entschieden, meine aktive Laufbahn zu beenden. Gerade nach 20 Jahren des Handballspielens keine leichte Entscheidung, aber jedoch die Vernünftigste.

Das ist ein herber Verlust für die Mannschaft , kannst du dir schon vorstellen wie es sein wird, nicht aktiv sein zu können?

JS: Auch wenn ich nicht mehr aktiv sein kann, werde ich versuchen, den Kontakt zur Mannschaft nicht zu verlieren. Nach all den Jahren sind viele Freundschaften entstanden, die auch außerhalb des Handballspielens Bestand haben.

Wirst du dem Verein in irgendeiner Art erhalten bleiben, also nicht nur als Zuschauerin?

JS: Ganz ohne Handball geht es natürlich nicht. Ich bin mit dem Sport „groß“ geworden und möchte mich natürlich weiterhin im Vereinsleben einbringen. Es gibt schon die ein oder andere Überlegung, mich möglicherweise in die Nachwuchsarbeit zu integrieren.

Die weiblichen SHV Jugendmannschaften sind gut aufgestellt, wir müssen uns wohl wenig Sorgen um Zukunft machen, oder?

JS: Die Mädels sind wirklich super aufgestellt, das zeigen die sehr guten Ergebnisse gerade auch in der letzten Saison. Vor diesem Hintergrund liegt es auch an der guten Arbeit der Trainer, die natürlich versuchen, das Bestmögliche aus den Spielerinnen herauszuholen.

Wenn ich als Kind Lust auf Handball bekomme, wann ist der beste Zeitpunkt, um anzufangen?

JS: Es kann nie zu früh sein, um mit Handball anzufangen. Die guten Resonanzen bei den Handballzwergen zeigen, dass dieser Sport in Stralsund eine tragende Rolle einnimmt. Schon im Alter von 3 bis 4 Jahren wird sogar den Kleinsten der Handballsport näher gebracht. Ich habe im Alter von 7 Jahren angefangen, Handball zu spielen. Damals gab es noch nicht die Möglichkeit, früher einzusteigen. In der Hinsicht hat sich also auch schon einiges getan.

Vielen Dank für das Interview. Für Dich alles Gute und für die Mannschaft eine erfolgreiche Saison 2016/17.

JS: Ich möchte mich auf diesem Wege auch bei meinen langjährigen Trainern Walter Bollmann, Thomas Braun und Jörg Kraatz bedanken. Ein besonderen Dank an Sandra Braun, die zusammen mit mir als Einzige aus unserem „Jahrgang“ übrig geblieben ist und nun allein die Fahne hoch hält.
Peggy, Josi, Ines, Uli, Rohni, Knopi, Sophie, Laura, Sara, Katha, Jule, Steffi, Isa,Micha, Elisa, Maria,Tini, Kira…und noch viele, viele mehr…DANKE.

Auf eine erfolgreiche Saison mit toller Unterstützung unserer Zuschauer!

(Interview: S.Stahnke/Foto:T.Ewert)