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12.10.2015
Erster Saisonsieg für SHV-Crew

Das Fehlen von Aleksander Kokoszka und Jakub Vanek machte sich bemerkbar. Gerade bei schnellen Gegenangriffen und schnell ausgeführten Anwürfen schien der SHV immer einen Schritt zu spät zu sein. Die Fans blieben ruhig.Auch nach vorne funktioniere in der ersten Halbzeit nicht alles. Das Team um Kapitän Markus Dau (33) scheiterte häufig am Torwart der Füchse — doch auch an sich selbst. So wurden einfach zu viele Bälle über und neben das Tor geworfen. Die Fans waren enttäuscht. Immer wieder ging ein Raunen durch die vollbesetzten Ränge der Halle, wenn wieder ein Ball am Kasten der Berliner vorbeiflog.

Dass die Stralsunder Handball spielen können, zeigten sie in der 14. Minute. Eine schnelle Kombination über außen wurde von Martin Hoffmann mit einem Tor zum 6:9 gekrönt. Doch das reichte noch nicht.

Beim 12:13 hatten die Stralsunder fast den Ausgleich geschafft, als eine Zwei-Minuten-Strafe für den Kapitän die Füchse wieder davonziehen ließ. So liefen die Spieler des SHV bis zum Halbzeitstand von 15:17 dem Gegner hinterher. Die Fans blieben ruhig.

Nach der Pause kamen die Stralsunder motiviert aus der Kabine und spielten frei auf. Vor allen Dingen die Abwehr stand nun sicherer. Anclais hatte jetzt ein System gefunden, um den starken Berliner Kevin Struck seiner Effektivität zu berauben. So arbeiteten sich die Stralsunder — in einer immer lauter werdenden Halle — dichter an den Gegner heran und setzten diesen unter Druck. In der 38.

Minute konnte erstmals wieder die Führung übernommen werden. Die Fans tobten.

Dem SHV gelang es nun immer wieder, die Berliner auszukontern und die Führung weiter auszubauen. Auch während einer Zwei-Mann-Unterzahl gelang es, die Führung zu halten. Gerade SHV-Torhüter Szymon Ligarzewski ließ sich den verpatzten Saisonstart nicht anmerken und hielt seine Mannschaft auf dem Weg zum ersten Saisonsieg. Bereits sieben Minuten vor Ende stand die Hälfte der Zuschauer auf ihren Plätzen und feierte den Erfolg. Markus Dau freute sich über den ersten Sieg: „Da wir unsere Abwehr aufgrund der Ausfälle umstellen mussten, waren wir in der ersten Halbzeit zu passiv und haben den Berlinern zu große Räume gegeben.“ Doch anders als in den bisherigen Spielen hat der SHV gerade in der zweiten Halbzeit einen „guten Ball gespielt“. Dau wusste auch, dass es besonders wichtig war, die Bälle in der entscheidenden Phase reingemacht zu haben. Auch Anclais war nach dem Spiel sichtlich erleichtert. „Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs haben alles gegeben und zwei Punkte geholt.“

Mit dem Sieg verließen die Stralsunder den letzten Tabellenplatz. Auch wenn sich die Ränge schnell gelehrt hatten, Fans und Mannschaft haben gezeigt: Stralsund ist wieder da.

 Lennart Zech (Ostsee-Zeitung)