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19.02.2019
Stralsunder HV zittert sich zum Heimsieg Handballer entscheiden das Landesderby in der Oberliga gegen den Doberaner SV erst in den Schlussminuten

Stralsund. „Das Positive vorne weg: Die Halle war wieder sehr schön gefüllt. Da hört es leider schon fast auf mit den positiven Dingen heute“, konstatierte Steffen Fischer, Trainer des Stralsunder HV, zu Beginn der Pressekonferenz mit einem schmunzeln.

Zuvor hatte er mit seiner Mannschaft das Landesderby in der Oberliga Ostsee-Spree gegen den Doberaner SV zwar mit 29:24 gewonnen, von der gewohnten Souveränität des Spitzenreiters war über weite Strecken aber nichts zu sehen. Die Hausherren machten von Beginn an viele einfache Fehler und profitierten davon, dass auch die Gäste aus Bad Doberan immer wieder den Ball abschenkten. „Wir hatten zu viele Unkonzentriertheiten und Ballerverluste. Auch in der Abwehr haben wir nicht so zugepackt wie sonst. Vielleicht sind wir das Spiel etwas zu lachs angegangen“, bewertete SHV-Torhüter Tom Korth den 16. Saisonsieg der Stralsunder.

Korth stand für den erkrankten Tobias Malitz von Beginn an zwischen den Pfosten, erwischte aber keinen guten Start. Nach 20 Minuten kam Philipp Groth aus der MV-Liga-Mannschaft für ihn ins Spiel. „Der Trainer hat mir schon am Mittwoch Bescheid gesagt, dass ich spielen soll. Das war auch kein Problem, weil ich einmal die Woche mit der Mannschaft trainiere. Leider haben wir heute genau das gemacht, was wir nicht machen wollten. Wir waren zu passiv in der Abwehr und haben die Abpraller nicht bekommen“, sah auch Groth besonders die Defensivleistung kritisch.

In der ersten Halbzeit fand durch die Fehler keine Mannschaft zu ihrem Rhythmus. Beim Stand von 6:4 ging der SHV erstmals mit zwei Toren in Führung, was durch die rote Karte von DSV-Kreisläufer Matthias Jahn begünstigt wurde. Nach einem Foul an SHV-Kapitän Martin Brandt musste Jahn schon in der 6. Minute das Feld verlassen – eine harte Entscheidung der Unparteiischen. „Der SHV ist ein toller Verein und hat eine tolle Mannschaft. Sie stehen absolut zurecht da oben. Die rote Karte war aber hart. Das ist Pech und hat uns nicht in die Karten gespielt“, sagte Gästetrainer Andreas Köster, der seine erste Niederlage an der Seitenlinie beim DSV kassierte.

Bis zur 25. Minute konnten sich die Stralsunder bis auf drei Tore absetzen und wirkten sicherer. Doch dann verloren sie den Faden wieder. Verworfene Bälle im Eins-gegen-Eins-Duell mit DSV-Keeper Robert French und technische Fehler der Gastgeber brachten Doberan wieder ran. In der letzten Sekunde der ersten Halbzeit glich Alexander Stöwsand zum 14:14 aus. „Doberan hat gekämpft und es uns echt schwer gemacht, aber damit mussten wir im Derby rechnen“, lobte Fischer die Leistung der Gäste.

In Halbzeit zwei schien sich das Spiel dann aber schnell zu entschieden. Korth, zurück im SHV-Tor, erwischte diesmal einen besseren Start. Nach drei Paraden gelang ihm der erste Pass für einen Tempogegenstoß auf Benjamin Hinz, der mit 10 Toren erneut bester Werfer des Spiels wurde. Bis zur 50. Minute spielte die Fischer-Sieben den gewohnten Tempohandball und zog trotz einiger vergebener Chancen auf 24:19 davon. Statt es aber ruhig zu Ende zu bringen, geriet das Team erneut unter Bedrängnis. Mit drei Toren innerhalb von zwei Minuten bäumten sich die Doberaner noch einmal auf. Erst das 28:24 von Jon Ehlers sorgte für die Entscheidung. Den Schlusspunkt erzielte Rico Mittmann und sorgte damit doch noch dafür, dass die etwa 900 Fans in der Vogelsanghalle richtig laut wurden.

So zufrieden, wie die Fans es waren, zeigte sich SHV-Trainer Fischer nicht. Der Übungsleiter, der nach einer Verletzung im Abschlusstraining auf Krücken an der Seitenlinie stand, versprach aber Besserung: „Wir haben einfach zu viele Bälle liegengelassen. Das wird aber auch wieder anders aussehen.“

 

Ostsee-Zeitung

Niklas Kunkel