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19.09.2018
Historischer Sieg für SHV-Talente

Mit so einem deutlichen Erfolg bei der Oberliga-Premiere der A-Junioren des Stralsunder HV hätte keiner gerechnet. Die Handball-Talente besiegten am Sonntag die TuS Neukölln in Berlin überraschend klar mit 35:25 (21:10). „In der ersten Hälfte haben wir den Grundstein für den Sieg gelegt. Aus einer kompakten Abwehr heraus fuhren wir schnelle Konter“, analysierte Trainer Rico Mittmann das Spiel. Abschließendes Highlight der Partie: Drei Sekunden vor Schluss erzielte Torhüter Hannes Michaelsen mit einem weiten Wurf den Schlusspunkt. Bester Werfer des 14-köpfigen SHV-Aufgebots war Kapitän Ole Pomorin mit zehn Toren.

In der vergangenen Saison ist die Mannschaft von Ex-SHV-Spieler Mittmann in die zweithöchste deutsche Spielklasse aufgestiegen. Das hat vor ihnen noch keine SHV-Nachwuchsmannschaft geschafft. Natürlich wollen sie auch dort bleiben. Die Zielstellung: Nicht auf den hinteren Plätzen der Oberliga Ostsee-Spree rumdümpeln. „Für mich ist das eine sehr große Erfahrung. Ich will in der Jugend des SHV etwas Überregionales aufbauen, den Talenten ermöglichen, höherklassig zu spielen“, erklärt Mittmann sein Ziel mit Blick auf die Nachwuchsförderung bei den Stralsunder Handballer. Sein Team ist der letzte Schritt für Talente vor dem Herrenbereich. Schon jetzt helfen einige Sportler, wie Niklas Felkel, Marvin Schütt oder Ole Pomorin, bei den (zweiten) Männern aus.

Damit sich die Jungen sportlich optimal entwickeln, hat Mittmann bereits einen Physiotherapeuten und Sponsoren an Bord geholt sowie neue Trikots für den 18 Mann starken Kader besorgt. „Die Jungs sollen das Gefühl haben, es läuft alles, sie müssen sich nur auf den Handball konzentrieren“, meint der Übungsleiter. Sein Wunsch für die gerade gestartete Saison: „Unsere Trikotbrust ist noch frei. Die finanzielle Hürde Oberliga ist groß, da würde ein weiterer Sponsor guttun.“ Sieben Mal muss der SHV in der Saison nach Berlin.

Mit dem Entwicklungsprozess der Mannschaft ist Mittmann bislang zufrieden. Das Team habe verstanden, worum es in der Liga geht. Vor allem auf die Abwehr ist Mittmann stolz: „Wenn alle zusammenhalten ist es selbst für eine Männermannschaft schwer, unseren Abwehrriegel zu knacken.“ Dagegen müsse die Kreativität im Angriff noch mehr entfaltet und das Stellungsspiel der vier Torhüter verbessert werden. Mittmann selbst will sich mehr taktisches Know-How aneignen. Der C-Lizenz-Inhaber musste seine aktive Karriere frühzeitig beenden, ist aber auch als Coach noch voll im Spielfieber. „Ich bin vor jedem Spiel aufgeregt, will am liebsten mitspielen. Ich bin noch nicht so weit weg vom Feld“, erzählt Mittmann.

Am Sonntag wird er das nächste Mal aufgeregt sein. Dann hofft Mittmann auf ein „volles Haus“, wenn seine A-Junioren die SG OSF Berlin zum ersten Oberliga-Heimspiel der Geschichte empfangen (Anpfiff 16 Uhr).

Auch die Oberliga-Männer waren am Wochenende erfolgreich. Nach dem 24:17-Sieg bei der Spielvereinigung Blau-Weiß Berlin thronen die Sundstädter nach drei Spieltagen als einziges noch punktverlustfreies Team an der Tabellenspitze der vierten Liga. Benjamin Hinz, der nach zehn Minuten dank vier Treffern hintereinander das Spiel von 2:4 auf 6:4 für die Gäste drehte, avancierte mit zehn Treffern zum besten Stralsunder Werfer. Nach dem vierfachen Hinz geriet der SHV bis zum Schluss nicht mehr in Rückstand, konnte sich aber erst nach knapp 50 Minuten entscheidend absetzen. Beim Stand von 16:16 schwächten sich die Gastgeber binnen zehn Minuten viermal selbst mit Zeitstrafen. So zog der SHV auf sieben Punkte davon.

Die Verbandsliga-Frauen feierten beim 26:22 über Vellahn einen gelungenen Heimauftakt. Nele-Franka Fischer traf acht Mal gegen die Südwestmecklenburger.

Ostsee-Zeitung